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Ein Vergleich zweier Städte

Aktualisiert: 21. Jan.

Zwei Städte, zwei Erlebnisse. Vom abenteuerlichen Wellensurfen zum Spaziergang unter schützenden Lauben: Thun und Bern. Zwei Städte, die verbunden sind durch die Autobahn, die Zugstrecke, die Aare und neu das Aareluft. Wo sie sich unterscheiden und wo nicht.


Text: Rebekka Affolter | Fotos: Alina Dubach, Rebekka Affolter | Illustrationen: Anna Portmann


Eye-level view of a creative workspace with magazines and design tools

Fotos: Alina Dubach, Rebekka Affolter


Vom Rosengarten her sieht die Berner Altstadt aus wie eng ineinander gestellte Schuhschachteln. Die Aare, die sich wie ein Geschenkband darum herumzieht, stellt sicher, dass sie nicht auseinanderfallen. Das Mün-ster thront wie eine Mutterhenne über ihren Küken. Im Hintergrund lässt sich die grüne Kuppel des Bundeshauses erkennen, noch weiter hinten warten die Berge, die in Thun zum Greifen nah sind.

Doch nicht nur die Berge verbinden die Stadt am See mit Bern: Die Obere Hauptgasse erinnert an die Strassen der Bundesstadt – mit eigenem Touch, versteht sich. Mit Läden auf zwei Etagen wissen die Augen meist gar nicht, wohin sie schauen sollen. Bis das Schloss den Blick einfängt. Egal, wo man sich gerade befindet. Vom Rathausplatz aus thront es stolz über der Stadt, während es vom Bahnhof aus gesehen über die Dächer linst. Wie eine fürsorgliche Grossmutter wacht es über die Thuner:innen.

Bern ist inzwischen mein Zuhause, Thun die Stadt meiner Kindheit. Beide haben einen unbestrittenen Platz in meinem Herzen. Wer die eine oder andere Stadt besser kennt, sollte definitiv einen Ausflug in die jeweils andere wagen.



Ein kurzer Ausflug

Aber von – weit – vorne: Bevor wir die Städte erkunden, machen wir einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit. Dieser kann bequem vom Sofa aus unternommen werden, der Kauf eines Zug-billets oder das Auffüllen des Tanks ist (noch) nicht nötig.




Genug der Vergangenheit. Zeit, in den Zug, ins Auto oder auf das Velo zu steigen und die beiden Städte mit eigenen Augen zu sehen. Auf der folgenden Doppelseite haben wir eine kleine Sammlung von Zahlen zusammengestellt. Dahinter verstecken sich Erlebnisse, Restaurants, Cafés, Gelaterias, tolle Objekte für Fotos und Orte für Spaziergänge, die nur darauf warten, von euch entdeckt zu werden.


Ein kleiner Tourguide

Das Berner Münster, das Bundeshaus, das Thuner Schloss – während diese Wahrzeichen am auffälligsten sind, haben beide Städte weit mehr zu bieten – erlebnis- wie shoppingtechnisch. Das bekannte Warenhaus Loeb wurde 1881 von vier Brüdern in Bern gegründet, der «Loebegge», der für Berner:innen ein praktischer Ort zum «Abmache» ist, wird auf Google-Maps offiziell als «Town Square» (Stadtplatz) bezeichnet. Besonders in Bern sind zudem die Lauben. Bei Sonne bieten sie Schatten, bei Regen Schutz vor dem Nass. Es sei denn, der gewünschte Laden befindet sich auf der anderen Strassenseite. Dann heisst es: Beine in die Hand nehmen. Unter anderem sind es auch die Lauben, die die Berner Altstadt zu einem UNESCO-Weltkulturerbe machen.

Thun kann zwar nicht mit einem Weltkulturerbe angeben, dafür aber mit seiner Shoppinginsel. Das Bälliz – auch bekannt als Thuner Einkaufsmeile – ist umrundet von zwei Aareläufen. Allein elf der 17 Thuner Brücken verbinden die Insel mit dem «Festland». Die Obere Hauptgasse gleich nebenan bietet zudem einen einmaligen Anblick: die laut Thun City europaweit einzigartigen Hochterrassen. Einkäufer:innen verlassen den einen Laden, schlendern – oder fallen – die engen, teilweise sehr prekären Treppen runter in den nächsten.



Shopping macht müde, körperlich wie seelisch. Und unsere Seele kann sich nirgends besser erholen als am Wasser. Davon gibt es glücklicherweise in Thun wie Bern mehr als genug. Neben den zahlreichen Brunnen fliesst die Aare durch beide Städte, in Thun können die Menschen zudem am See entspannen. Ein kurzer Ausflug ins Gwatt und schon fühle ich mich wie in den Ferien. Vor mir der blaue See mit den grau-grünen Bergen, hinter mir der Campingplatz, um mich herum das Lachen der Möwen. Ob zum Baden – empfiehlt sich erst im Hochsommer, der See wird nie besonders warm – oder einfach zum Sonne geniessen – das Gwatt wie der anliegende Bonstettenpark ist immer einen Ausflug wert.

In Thun wird weniger in der Aare geschwommen als in Bern, dafür finden hier Waghalsige ihren Adre­nalin-Kick. Bei der Schleuse am Mühleplatz und der Oberen Schleuse entstehen Wellen, die beinahe dem Meer Konkurrenz machen. Wellensurfer:innen testen hier ihr Geschick, während ihnen Thuner:innen wie Tourist:innen gleichermassen begeistert zuschauen. Nicht gerade das ganze Jahr hindurch, mit Neoprenanzug wagen sich Abenteuerlustige jedoch oft lange vor den ersten Badenden in den Fluss.


Eine Haltestelle weiter

Wer seinen Puls lieber nicht in die Höhe treibt, kann sich auf einer gemütlichen Aarefahrt entspannen. In Thun ins Gummiboot einsteigen und rund einen halben Tag später in Bern landen – je nach Anzahl Pausen. Während an ein, zwei Stellen Vorsicht geboten ist – namentlich der Uttiger Schwelle – ist das «Aareböötlen» grundsätzlich unbedenklich und ziemlich beruhigend für die Nerven. Nur Sonnencreme und bestenfalls Sonnenschirm nicht vergessen.

Die Berner Aare ist weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Weltweit erfreuen sich Menschen auf Social Media an den Aareschwimmer:innen, die statt dem Tram den Fluss zur Arbeit nehmen. Ein lustiges Bild, das leider nicht stimmt. Während das Aare­schwimmen definitiv Teil der Berner Identität ist, dient es den aller, allerwenigsten als Transportmittel. Apropos: Das Transportmittel vom Marzili ins Eichholz fehlt aktuell noch. Während die meisten das Bild von hunderten Menschen in der Aare kennen, befinden sich ungefähr gleich viele auf dem Aareuferweg. Immerhin kommen vor oder nach rund zehn Minuten Spass rund 25 Minuten Fussweg.


Klingt nicht nach einem besonders fairen Deal. Die Bremgartenschlaufe bietet hier ein besseres Angebot: Rund 20 Minuten in der Aare gegen fünf Minuten Laufweg. Möglich ist das dank einem Tunnel, der die beiden Enden der Schlaufe verbindet und den (L)Aufwand damit immens verkürzt. Aber Achtung: Selbst im Sommer ist der Tunnel kalt.






Besondere Events

Bern wie Thun sind für sich bereits ein Erlebnis – was nicht heisst, dass sie nicht noch viel mehr zu bieten haben. Jede Stadt hat eine lange Reihe an Events, ­Fe­s­­tivals, Festen und besonderen Anlässen. Eine Mini-mini-mini-mini-Auswahl.







 
 
 

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