Ständig Neues zu entdecken
- Redaktion
- 1. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Jan.
Über Thun wie Bern könnte noch viel mehr geschrieben werden. Am besten wirken die beiden Städte aber in ihrer vollen Pracht. Von daher: Steht auf, verlasst das Haus und macht euch selbst einen Eindruck. Wer eine Starthilfe braucht, findet hier die Lieblingsorte unserer Redaktorinnen.

An der blauen, blauen Aare
Ich gehe hier sehr oft mit den Hunden spazieren. Am fliessenden Wasser entlangzugehen hat etwas Reinigendes. Spült Stress und Alltagssorgen davon. Im Sommer ist es uns am Wochenende oft zu hektisch, umso mehr geniessen wir die Ruhe in den kalten Monaten. Besonders fasziniert mich die Farbe der Aare und ihr Kontrast zu den Felswänden auf der anderen Flussseite. Wie man hierher kommt? Bei Jaberg parkieren und Richtung Thun laufen.
Alina Dubach

Bremgartenfriedhof
Morbide, das ist sehr wahrscheinlich der erste Gedanke. Doch wer erst einmal auf der Bank unter der riesigen Buche gesessen ist, weiss, wie sich Geborgenheit anfühlt. Ihre vielen Äste bilden ein schützendes Dach, hin und wieder flitzt ein Eichhörnchen den Stamm rauf und runter, der Wind rauscht durch das Blätterwerk. Ein mächtiger Eisenzaun sperrt den Lärm des vorbeifahrenden Verkehrs und des Stadtgewusels aus. Dieser Ort ist eine Oase der Andacht. Ein Ort für Gedanken, Wünsche, Erinnerungen und für einen tiefen Atemzug. Wenn mir alles zu viel wird oder mir die klare Sicht fehlt, dann hocke ich mich unter diese Buche und denke. Ich sinniere über all die Menschen mit ihren Geschichten und Sorgen, die es gegeben hat und noch geben wird. Die vielen Buchenäste und -blätter saugen meinen inneren Dialog auf, bis ich leichten Schrittes in die laute Stadtwelt zurückspaziere. Alice Stadler

Fricktreppe
«Komm, wir machen einen Ausflug zur gruseligen Treppe», meint mein Freund eines schönen Tages zu mir. Gruselige Treppe? Wie soll ich mir denn das bitte vorstellen? Zielstrebig führt er mich durch Bern Richtung Münster, biegt kurz vor dem Münsterplatz rechts ab. Und da ist sie, die sogenannte gruselige Treppe. Ihr richtiger Name: Fricktreppe. Sie führt von der Münsterplattform hinunter ins Mattequartier. Ihren Namen kann ich mir nie merken, nur gruselig hat sich bei mir eingebrannt. Wobei das Adjektiv nicht ganz passt. Die Konstruktion der aus dem Mittelalter stammenden Holztreppe verleiht ihr eine düstere Stimmung, macht sie aber noch lange nicht gruselig. Oder zumindest nicht nur. Für mich ist die Treppe vor allem schön zum Anschauen und deswegen immer einen Abstecher wert.
Apropos Treppen: Auch die Treppe von der Brunngasshalde in die Brunngasse ist einen Ausflug wert. Vor allem an heissen Sommertagen.
Rebekka Affolter

Ein Ort zum Verweilen
Wenn mich jemand nach einem Restaurant in Thun fragt, ist meine Antwort immer: «Dampfschiff». Die Mitarbeiter:innen machen einen super Job, wir fühlen uns hier immer willkommen, jedes Menü ist durchdacht und enthält spannende Zutaten, zu denen es oft eine kurze Geschichte zu erzählen gibt. Auf der Treppe und vor den Fenstern stehen Einmachgläser, die sowohl Dekoration wie auch Vorratslager der Küche sind. Das Restaurant hat etwas Heimeliges – man muss blau mögen – und auch die Sitzplätze draussen sind gemütlich, eingerahmt von grossen Blumentöpfen, in denen allerlei Essbares wächst. Zumindest in den wärmeren Monaten. Nicht zu vergessen auch hier: die unmittelbare Nähe zur Aare, die zum Tagträumen einlädt.
Alina Dubach



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