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«Sonst ist der Igel nur noch im Bilderbuch zu sehen»

  • 28. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörte der Igel zu unseren Gärten. Heute ist der stachelige Nachtwanderer in der Schweiz bedroht. Die Ursache liegt nicht allein am Verkehr, sondern ebenso an den sterilen Gärten, am Rückgang der Insekten und an den Mähgeräten. Monika Waelti, Leiterin der Geschäftsstelle vom Verein pro Igel erklärt, was wir für den Igel bewirken können, und warum ein kleines Schlupfloch im Zaun sein Leben retten kann.


Text: Mirjam Münger | Fotos: zVg Verein pro Igel | Illustrationen: Anna Portmann


Illustration: Anna Portmann


Viele Menschen begegnen dem Igel kaum noch.

Ist das ein Warnzeichen?

Der europäische Braunbrustigel hat eine faszinierende revolutionäre Resilienz. Seit etwa 1,5 Millionen ist er bei uns unterwegs. Aber die Population ist in den letzten 20 Jahren drastisch zurückgegangen, um 40 Prozent gemäss einer Studie von 2020 mit dem Titel «Decline in Distribution and Abundance: Urban Hedgehogs under Pressure» – kurz die Züricher Studie genannt. Pro Natura hat den Igel zum Tier des Jahres 2026 gekürt, weil er auf der roten Liste potenziell gefährdeter Tiere steht.


Gefahren für den Igel gibt es viele.

Welche sind die Grössten?

Zu viel Enthusiasmus in den Gärten. Sie sind zu aufgeräumt, zu steril. Jeder dieser grünen «Wüsten» ist für sich versiegelt. Die Zahl der Insekten ist stark zurückgegangen. Deshalb haben Igel zu wenig Nahrung. Jene, die sich vor dem Winterschlaf nicht genug anfressen konnten, überleben den Winter nicht. Igel brauchen Biodiversität. Aber auch der Verlust der Lebensräume, der mit der Verdichtung einhergeht, Mähgeräte und der Strassenverkehr gehören zu den grössten Risiken.


Eine Aktion gegen das Aussterben der Igel ist, Schlupflöcher in Wände und Zäune von Gärten und Parks einzubauen. Welchen konkreten Nutzen haben solche Durchgänge?

Ein Igel nutzt mehrere Gärten in einem Radius von etwa 1,5 Kilometer. Er hat nicht nur einen Schlafplatz, sondern ein paar. Wenn mehr Durchgänge für den Igel bestehen und er so Zugang zu etlichen Gärten hat, in denen er Nahrung findet, muss er keine Strassen mehr überqueren.


Die Gärten müssten sozusagen vernetzt werden.

Wie findet der Igel denn all die Schlupflöcher?

Der Igel hat erstens eine sehr gute Nase. Mit dieser riecht er die Insekten. Schnuppert er an einem Apfel, macht er das nicht weil er an der Frucht interessiert ist, sondern das Insekt in der Frucht riecht. Zweitens kennt er sein Revier sehr gut und merkt sich die Durchgangsstellen.


Noch immer sind zu wenig Gärten biodivers.

Weshalb bleiben viele weiterhin so steril?

Das ist der Zeitgeist der vergangenen 60 Jahre. Sie hat mit unserer – sagen wir mal – schweizerischen Einstellung zu tun: «Der Garten muss aufgeräumt sein. Was denkt sonst die Nachbarin oder der Nachbar?» Ich habe die Hoffnung, dass sich das ändert, weil diese Haltung uns ja auch überfordert.


Inwiefern?

Ein naturbelassender Garten ist weniger …




Du findest den vollständigen Artikel in der gedruckten Drittausgabe unseres Magazins «Aareluft, August 2026».


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