Ein Tag voller Vielfalt
- 14. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Die Foodtrucks sind gebucht, das Rahmenprogramm steht, die Standbetreiber:innen kämpfen um die letzten Plätze. Das Herzensprojekt einer Thunerin und einer Bernerin geht in die dritte Runde.
Text: Rebekka Affolter | Fotos: zVg / Dominique Heiniger | Illustrationen: Anna Portmann

Foto: zVg / Dominique Heiniger
Holzschnitzereien an der einen Ecke, Kunstkeramik in der anderen, dazwischen Schmuckstände, handgemachte Kleidung, Sneakers und Bikinis – leckeres Essen darf natürlich auch nicht fehlen. All das und noch viel mehr findet sich am 14. Juni an der Thuner Vielfalt. Ein eintägiges Kultur- und Genussfestival, das vor drei Jahren von Nina Aebischer und Dominique Heiniger ins Leben gerufen wurde.
Ein Event für Thun
Nina (aus Thun) und Dominique (aus Bern) lernten sich während der Weiterbildung Eventmanagement in der Bundesstadt kennen. «Während eines gemeinsamen Projektes merkten wir, wie gut wir zusammen funktionieren», erinnert sich Nina. Nach erfolgreichem Abschluss entschied die 34-Jährige, dass sie einen eigenen Event auf die Beine stellen will. Und zwar in ihrer Heimatregion. «Quereinsteiger:innen bekommen oft keine Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen.» Was gibt es für einen besseren Weg, als einfach selbst einen Event zu kreieren?
Zudem ist Nina der Meinung, dass die Region Thun mehr Anlässe braucht. «Thuner:innen witzeln oft, dass Thun nicht die Stadt der Alpen, sondern die Stadt der Alten ist», schmunzelt sie. Eine wunderschöne Region, in der nicht besonders viel läuft. «Dabei haben wir hier so grosses Potential – darauf wollen wir mit der Thuner Vielfalt hinweisen.» Dominique war sofort an Bord.
Ein Schritt nach dem anderen
Gesagt, getan. Beziehungsweise zunächst gedacht. Von Anfang an war für beide klar: «Wir wollen eine Begegnungszone für Menschen aller Altersklassen und Lebensweisen schaffen.» Ninas erste Idee war eine Kombination aus Shopping und Brunchen. Beim gemeinsamen Brainstormen kamen sie auf die Idee für einen kreativen Markt, zusammengestellt aus regionalen Manufakturen. Im Zentrum: die Handarbeit und die Regionalität. Auf Letzteres achten sie besonders: Inzwischen haben sie nämlich bereits Anfragen von Unternehmen aus dem Wallis bekommen. «Wir haben einen Radius von 35 Kilometer um Thun festgelegt, aus dem die Ständebetreiber:innen kommen müssen.»
Gedacht, geplant. Im Jahr 2023 stellen die beiden innerhalb von zwei Tagen das Konzept auf die Beine. «Wenn man seine Muse findet, geht es plötzlich schnell», meint Dominique. Zu Beginn waren sie mit ihrer Vision eher vorsichtig: «In unserem Konzept rechneten wir mit 20 Marktständen», sagt die 36-Jährige. Auf der Suche nach einem geeigneten Areal trafen sie auf Stefan Joos und Stephanie Albert von der Stiftung Transfair, die die Zündkapselfabrik in Thun betreibt. «Mit Stefan sind unsere Pläne sofort gewachsen», lacht die Bernerin. «Er meinte gleich, dass wir das grösser machen müssen, weil viele Menschen Interesse daran haben werden.»
Mehr Teilnehmende, mehr Platz
Im Konzept wurden aus 20 Marktständen 40. Die effektiven Zahlen der ersten Ausgabe: 42 Stände plus acht Foodtrucks. Zudem überzeugte Stefan die beiden, nicht nur die Zündkapselfabrik, sondern auch das Tryber-Areal zu benutzen. Sonst wäre der Platz sehr knapp geworden. «Wir schätzen den Raum sehr, den wir dort haben», meint Nina. Normalerweise laufe in diesem Industrieteil von Thun nicht besonders viel, da sei es schön zu sehen, «wie mit unserem Event das Gebiet auflebt».
Geplant, durchgeführt. Während sich die Anzahl Marktstände verdoppelte, vervierfachte sich die Besucheranzahl. «Wir erwarteten bei der ersten Ausgabe rund 500 Besucher:innen, effektiv waren es 2000–3000», sagt Nina. Für die beiden Organisatorinnen kein Problem. «Der Event war gut organisiert, die unerwartete Anzahl Marktgänger:innen warf uns nicht aus der Bahn», meint Dominique. Nur bei den Foodtrucks gab es etwas früher als geplant kein Essen mehr. Etwas, das im nächsten Jahr nicht mehr passieren sollte.
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