Der Steinreichste weit und breit
- Alina Dubach
- 1. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Jan.
Jürg Duchilio, Hausbesitzer, Coiffeur und Spinner. So hat ihn zumindest seine Mutter immer genannt. Sein Casa Toscana in Thun sticht heraus, beeindruckt und lässt den Blick nicht mehr los.
Text: Rebekka Affolter | Fotos: Alina Dubach | Illustration: Anna Portmann

Fotos: Alina Dubach
In einem Moment fahre ich durch typische Thuner Quartiere, im nächsten befinde ich mich in einem Hundertwasser-Gemälde. Nur mit etwas mehr Steinen. Nach einer kurzen Begrüssung geht es los: «Diese Mauer hier draussen gehörte zu den ersten Projekten, die ich umgesetzt habe. Den Eingang habe ich erst kürzlich neugestaltet, genau wie die silberne Regenrinne», erklärt Jürg Duchilio, wir stehen noch auf dem Parkplatz mit bunten Pflastersteinen. Sein Alter (69) verschwindet hinter seiner Begeisterung.
Früh übt sich
Bereits als Kind konnte der gebürtige Thuner Steinen und dem Wohnungsumbau nicht widerstehen. Als kleiner Junge schnappte er sich Kiesel und Mörtel und fing an, die Wand beim Pool zu dekorieren. Die Begeisterung seiner Eltern hielt sich in Grenzen: «Kein Znacht», lautete das Urteil. Jürg Duchilio liess sich davon nicht abschrecken und dachte sich: «Meine Zeit wird kommen, dann schlage ich hier richtig zu ...»
Und wie er das tat: Heute ist in seinem Elternhaus keine einzige weisse Wand mehr zu sehen. Stein, Stein und nochmal Stein – das ist alles, was ich im ersten Moment verarbeiten kann, als ich durch die Tür trete. Wo das Auge hinfällt, gibt es etwas zu entdecken. Weiss, grau, schwarz oder farbig, Hauptsache Steine, vom Boden über die Wände bis zur Decke. Im ersten Moment wird mir beinahe schwindlig, dann komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Selbst beim zweiten, dritten und vierten Blick.

Seit Jürg Duchilio das Haus übernommen hat, stapelte sich ein Stein auf den anderen. «Zuerst wollte ich nur die Wand im Wohnzimmer herausnehmen», erinnert sich der 69-Jährige, während er mit ausgebreiteten Armen demonstriert, wo die Räume einst getrennt waren. Dann folgte eine Durchreiche von der Küche ins Wohnzimmer. Und plötzlich ist der Umbau eskaliert. Heute würden die Eltern das Haus kaum wiedererkennen. Was sie wohl dazu sagen würden? «Sie wären wahrscheinlich einfach glücklich, dass ich das Gebäude nicht verkauft habe», schmunzelt Duchilio.
Zum Glück nicht verkauft
Ganz am Anfang habe er kurz mit dem Gedanken gespielt. «Ich hätte sogar bereits Interessenten gehabt», sagt Duchilio. Dass die sich letzten Endes gegen einen Kauf entschieden, beschreibt Duchilio heute als «beste Entwicklung meines Lebens. Ich hatte noch nie so viel Spass wie in den letzten 15 Jahren.» …
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