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Von Tieren, die uns transformieren

  • 28. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Im Geschichtenband «Wildwechsel. Geschichten aus der Stadt» trifft Natur auf Urbanes, und mitten darin stehen sich Mensch und Tier gegenüber. Die nicht immer ganz zufälligen Begegnungen wirken sich stets auf den weiteren Verlauf der ­Geschichten aus. Für ihr Werk wurde die Autorin und Biologin Franziska Witschi im Juni 2026 mit einem Literaturpreis des Kantons Bern ausgezeichnet.


Text&Fotos: Julia Ingold | Illustrationen: Anna Portmann


Wer genau hinsieht, kann tagtäglich in der Stadt die verschiedensten Tiere ­beobachten. Foto: Julia Ingold



Dieser Moment liegt bereits einige Jahre zurück, als ich – auf dem Balkon meiner Berner Stadtwohnung stehend – ein Geräusch aus der Höhe wahrnahm, das mich sofort innehalten und hoch in den Stadthimmel blicken liess. Bald sah ich eine kleine Gruppe stattlicher, weiss-grau gefiederter Vögel mit gelbem Schnabel, die während ihres Fluges über die Dächer des Quartiers laute, klangvolle Rufe von sich gaben. Möwen. Meine anfängliche Verwunderung über diese Tierbegegnung an einem für mich unterwarteten Ort wandelte sich schnell in Freude um.


Von brütenden Buschhühnern und legendären Leoparden­sprüngen

Ebensolche Aufeinandertreffen sind es, welche die Gemüter der Protagonist:innen in den 21 Episoden in «Wildwechsel» auf verschiedenste Arten bewegen. Wer bei einer Wanderung in einem Tessiner Tal schon einmal das Glück hatte, eine Schlange beim Sonnenbaden zu beobachten, kann sich vielleicht in Ansätzen in die Protagonistin der Geschichte «Viper in Visp», die Biologin und Naturschützerin Sue, hineinversetzen, die zu ihrer Überraschung mitten in Visp eine Aspisviper erblickt und zu einer Rettungsaktion ansetzt. Und ich wage zu vermuten, dass nur wenige Menschen eine vergleichbare Faszination für Schaben, genauer für Kakerlaken, hegen, wie die junge Biologiestudentin Nora in der Geschichte «Kakerlaken in Perth».

Auf rund 167 Seiten gibt Autorin Franziska Witschi 21 Tierarten eine Bühne: so etwa dem Buschhuhn, welches zum Leidwesen einer Familie in deren Garten in Brisbane sein riesiges Nest baut, während in Bern ein Leopardenkater während der Rede zur Einweihung des neuen Leopardengeheges mit einem Sprung ins Panzerglas für Aufsehen und Nervenzusammenbrüche sorgt. Leser:innen werden weiter eingeladen, den Spuren eines Affen zu folgen, der im 15. Jahrhundert von einem holländischen Matrosen von Indonesien nach Amsterdam verschleppt wurde und einer örtlichen Taverne ihren Namen gab. Die Geschichten spielen auf …




Du findest den vollständigen Artikel in der gedruckten Drittausgabe unseres Magazins «Aareluft, August 2026».


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